Original geschrieben von TheDoat
Das persönliche Empfinden erstaunlich vieler Schweizer steht dem persönlichem Empfinden von ähnlich vielen anderen Schweizern gegenüber. Verlass dich also lieber auf Fakten und nicht auf ein Empfinden einer Gruppe von Leuten, die du nicht kennst.
Fakten wurden in einigen der Berichten, die du unten zitiert hast, genannt, vor allem in dem der Times. Was aber Xenophobie tatsächlich charakterisiert, ist interpretationsbedürftig, das solltest du eigentlich auch wissen. Und da sind eben Empfindungen entscheidend, die sich ja letztendlich auf Fakten gründen: gerade die internationale Presse, für die die Schweiz in der Regel kein Thema ist, hat überhaupt keinen Grund, irgendwelche Vorurteile zu beschwören, wo keine sind, weder ökonomisch noch ideologisch.
Original geschrieben von TheDoat
Meine Haltung gegenübern kriminellen Ausländern war ausserdem schon vor dem Wahlkampf so. 
Das kannst du in etlichen Threads hier im Forum bei denen es um genau dieses Thema ging nachlesen.
Gegenfrage an dich: Was bringen uns denn diese Leute?
Die Haltung der SVP war ja auch vor dem Wahlkampf schon so. Keiner der Artikel behauptete, dass die SVP erst 2007 angefangen hat, den Umgang mit Ausländern zu einem der zentralen Themen zu heben.
Und wenn du immernoch fragst, "was diese Leute euch bringen", dann zeigt das nur, dass du scheinbar nicht verstanden hast: es geht darum, dass das Menschen sind, deren Wert nicht allein darin gemessen wird, "was sie bringen". Politische Flüchtliche bringen der BRD nichts, die meisten Asylsuchenden im Zweiten Weltkrieg brachten der Schweiz auch nichts, sie schadeten eher den Schweizern. Es geht darum, dass du Menschen nicht alleine nach ökonomischen Maßstäben betrachten sollst. Das deutsche Rechtssystem basiert auf dem Prinzip der Resozialisierung, ich weiß nicht wie es um das der Schweiz steht. Dem steht das Prinzip, grundsätzlich immer Ausweisung zu fordern, statt von Einzelfall zu Einzelfall zu entscheiden, prinzipiell gegenüber.
Original geschrieben von TheDoat
Ich habe den Wahlkampf so erlebt, dass vor allem von der linken Seite die Angst geschürt wurde. Angst vor einem Faschistenstaat, vor einem Xenophobenstaat. Diese Angst ist wohl auch auf guten Nährboden gestossen. Deshalb ist es für mich eine rein parteipolitische Frage, wie man dazu steht.
Was die ausländische Presse über die Schweiz verbreitet ist sowieso absolut übertrieben und deckt sich absolut nicht mit dem, was ich als Schweizer in der Schweiz erlebe/sehe/wahrnehme. Aber man kann natürlich auch einfach alles glauben was in der Presse steht. Mach das wie du willst, denn das ist alleine deine Sache.
Hier ausserdem eine kleine Impression, was international so verbreitet wird:
Karrikatur in der "New York Times International Weekly"
Ich lese die Times täglich, ich rege mich nicht über irgendwas auf, was ich zufällig irgendwo im Internet gefunden habe, du brauchst mir nicht "zeigen", was die Times so schreibt. Und ja, ich glaube in der Tat, was in der Presse steht. Ich sehe nicht wirklich einen Grund, dir zu glauben, denn du hast ganz offensichtlich keinen Anspruch darauf, überparteilich zu berichten (was du ja auch nicht musst). Nur halte ich Geisteshaltungen wie deine für äußerst schädlich für eine Demokratie, weil sie sich letztendlich in Schuldzuweisungen und Parteilichkeit ergehen, ganz ähnlich den Republikanern in den USA. Das ist dauerhaft nicht die Art, auf die man Politik machen sollte und wohin das führ, kannst du schön an den USA sehen, deren politischer Prozess zu einem Zirkus verkommt.
Original geschrieben von TheDoat
Wie du schon gesagt hast, das ist meine Meinung, wie das, was von dir geschrieben ist, deine Meinung ist.
Wieso lassen sich nur ausländer im Allgemeinen aus der Schweiz werfen? Genau mit dieser Initiative, vermag man diesen Haufen der "allgemeinen Ausländer" in kriminelle und nicht-kriminelle zu teilen und die "Richtigen" rauszuschmeissen. Die Tatsache, dass Bürger der Schweiz nicht ausgeschafft werden können, tut hier absolut nichts zur Debatte. Wenn du darin schon eine Ungerechtigkeit siehst, dann weiss ich auch nicht weiter...
Langweil mich doch nicht mit der Tatsache, dass das meine Meinung ist, das in einer Diskussion zu erwähnen ist redundant. Die Frage ist, wessen Meinung näher an der Wahrheit liegt. Wahlkampfplakate zielen darauf, denjenigen, die sie sehen, etwas mitzuteilen. Von mir aus kann es auch deine Meinung sein, dass das bedeutet, alle schwarz angemalten Schafe aus der Schweiz zu werfen. Objektiv ist aber die Frage, was sich die Mehrzahl der Leute denken, die dieses Plakat sehen und ich gehe jede Wette mit dir ein, dass die einen xenophoben Hintergrund sehen werden, so wie es der Mann von der SVP selbst sah.
Die Frage ist nicht, ob Schweizer auch ausgewiesen werden, das praktiziert so kein Staat der Welt und das würde sich auch fundamental gegen das Prinzip eines Staates richten. Die Frage ist, ab wann man von "Kriminalität" spricht. Wenn man schon "kriminell" und damit ausgewiesen wird, wenn man etwas tut, was hier in Deutschland in der Regel zu einer Geldstrafe oder Sozialstunden führt, tut sich eine fundamentale Ungleichbehandlung auf, die nicht mehr dem Zweck des Staates inhärent ist, sondern die neben diesem existiert. Das ist dann ungerecht.
Original geschrieben von TheDoat
Und die geäusserte Meinung ist ein Bestandteil des Rechts auf freie Meinungsäusserung. Damit auch vollkommen legitim, egal was die Botschaft sein soll.
Nebenbei: Dieser Vorstoss wird ähnlich viel Erfolg haben wird, wie die Minarett-Debatte...
Überleg nochmal, was du da geschrieben hast. Falls du wirklich behaupten willst, die Meinungsfreiheit legitimiert gleichzeitig jede Meinung, die über sie geäußert wird, vor allem wie hier in einer politischen Debatte, stehst du damit mit den politischen Systemen der gesamten westlichen Welt auf Kriegsfuß. Man kann durchaus äußern, was man will, nur garantiert das den Schutz vor strafrechtlicher Verfolgung, nicht den Schutz vor jeder Art von Konsequenzen.
Original geschrieben von TheDoat
Dieses Argument, dass die Schweiz nicht nur aus Stimmberechtigen besteht, zieht aber mal absolut gar nicht. Wo kämen wir hin, wenn jeder, der sich in der Schweiz aufhält, abstimmen dürfte? Wieso sollen Ausländer ohne schweizer Pass wählen dürfen? Das ist schon seit Jahrhunderten so und zwar in jedem Land der Welt. Überlass die Politik der Schweiz den Schweizern... Genau wie ich die Politik der Deutschen den Deutschen überlasse.
Die Meinung zur Politik äussern: Ja, bitte.
Mitbestimmen wollen: Nein, danke.
Halte dich vielleicht einfach mal an das, was ich geschrieben habe. Da steht, du kannst nicht einfach behaupten, das sei der "Wille der Schweiz" und damit meinte ich sowohl dass über 50% der Stimmberechtigten nicht abgestimmt hatten als auch dass 20% der Einwohner grundsätzlich nicht abstimmen können. Da steht
nicht, dass ich denke, dass grundsätzlich jeder an einer Bundesratswahl teilnehmen sollte, nur weil er zufällig in der Schweiz wohnt und das glaube ich auch nicht, genau wie ich nicht glaube, dass das in Deutschland einfach für die Bundestagswahlen der Fall sein sollte. Wenn ich daran etwas kritisieren würde, dann eher die hohen Hürden, die Leute in der Schweiz nehmen müssen, um die Staatsbürgerschaft zu erlangen und sich dann beteiligen zu können. Ich nehme an, eine gewisse Legitimationskrise wirst du auch erkennen, wenn einfach zu viele Leute nicht die Möglichkeit haben, abzustimmen, die aber direkt von der Politik betroffen sind, über die abgestimmt wird. Dass diese mitbestimmen wollen, finde ich jetzt nicht gerade verwerflich, eher einleuchtend.
Original geschrieben von TheDoat
Genauso unüberlegt ist das Argument, dass nur 45% der Schweizer wählen gegangen sind und deshalb die SVP real niemals soviel %-Anteil hat (so oft das auch noch eingebracht wird). Es kann JEDER Schweizer Bürger, sofern er wahlberechtigt ist (18 Jahre alt, zurechnungsfähig und im Besitz des schweizer Passes), wählen. Diese Leute machen 100% aus. Wenn jedoch nur 45% wählen gehen, dann kannst du daraus schliessen, dass es 55% der Wahlschweizer egal ist. Diese enthalten sich und überlassen die Entscheidung somit den anderen 45%. Die Chance zu Wählen hatte jeder, wer nicht will, der will nicht. Diese Leute sind absolut neutral und akzeptieren den Entscheid der Wahl und nehmen diesen auch an.
Wenn die SVP dann aus den 45% die abgestimmt haben noch 26,73% der Stimmen bekommen, so wollen dies dann auch 26,73% der Schweizer und zwar jene, die aktiv gewählt haben und jene, die passiv zugestimmt haben.
Die Chance hat jeder. Wenn dann einer antanzt und sagt: "Aber nur 45% der Schweizer haben abgestimmt, das Resultat ist verfälscht.", dann antworte ich jeweils nur: "Wieso sind die anderen 55% dann nicht wählen gegangen? Selbst schuld.".
Wieder: lies was ich schreibe und unterstell mir nicht einfach irgendwas, das ich niemals gesagt habe. Ich habe nicht mal angedeutet, dass das Resultat durch die geringe Wahlbeteiligung verfälscht wird, das Resultat ist immer das Resultat derjenigen, die gewählt haben, nicht mehr, nicht weniger. Ich hab mich lediglich auf deine unrichtigen Aussagen bezogen: es haben weder ein Drittel aller Schweizer SVP gewählt (26,8% auf 33,3% aufzurunden halte ich für gewagt) und selbst wenn es so wäre, es wären nicht ein Drittel der
Stimmberechtigten gewesen, es wäre noch weniger ein Drittel der Bürger gewesen und die Wahl mit dem Willen des Volkes gleichzusetzen, wenn nicht mal die Hälfte der Wähler abgestimmt haben, ist absurd. Du schreibst, die Leute sind "neutral und nehmen die Entscheidung an"; dem stimme ich zu. Weiter unten behauptest du dann aber, diese Bürger hätten auch der getroffenen Entscheidung zugestimmt, das lässt sich daraus nicht ablesen. Mir scheint aber, du willst der Tatsache, dass 12% der Wahlberechtigten SVP gewählt haben herauslesen, dass der "Wille der Schweiz" eine Richtungskorrektur zugunsten der Linie der SVP ist. In anderen Ländern führt ein polemisierter Wahlkampf zu einer höheren Wahlbeteiligung, in der Schweiz scheint sie auf konstant niedrigem Niveau zu bleiben.
Original geschrieben von TheDoat
Aha, ich bin also zu jung um mich an andere Systeme zu erinnern? Aus welche Systeme beziehst du denn deine Aussage? Warum greifst du mich jetzt persönlich an?
Um mal eines festzuhalten: dass ich dir sage, du weißt etwas nicht, ist kein persönlicher Angriff, nur damit das mal klar ist. Zum anderen muss ich dir schon wieder sagen, lies ordentlich. Ich sagte nicht, dass du dich an andere Systeme "erinnern" sollst, das ist nicht möglich, da ich mal davon ausgehe, dass du von Geburt an in der Schweiz lebst. Ich sagte, du kannst dich an keine anderen Zustände erinnern, damit meinte ich Zustände, die dieser Artikel beschreibt, bevor sich der Wahlkampf auf diese Art zuspitzte. Andere Systeme zu kennen bedeutet in diesem Fall die Demokratien anderer Länder, wie zum Beispiel das der USA. Mein Punkt: Politik muss nicht auf diese Art gemacht werden.
Original geschrieben von TheDoat
Und eben doch, Gustavo, Populismus ist im Wahlkampf der Normalzustand. Von Rechts aus, genauso wie von Links aus.
Beispiel? Hier:
Ein stümpferhaftes Wahlplakat der SP, Zweitgrösste Partei der Schweiz (genausoweit links, wie die SVP rechts ist). Schlecht gemacht und darauf aus, Angst vor dem Terror zu schüren.
Ich würde eher sagen, dass das billige Propaganda gegen Atomkraft ist, nicht Angst vor Terrorismus schüren soll (was in der Schweiz sowieso albern wäre). Aber du scheinst nicht verstanden zu haben, was ich dir sagen will, wenn du mir jetzt mit einem Beispiel aus demselben System (der Demokratie der Schweiz) beweisen willst, dass Populismus Normalzustand sei: Populismus auf diese Art ist es nicht. Ein solches Plakat könnte ich mir in Deutschland selbst bei den Grünen nicht vorstellen, das wäre allenfalls etwas für Linkspartei und NPD. Mein Punkt ist, dass das keine wünschenswerten Zustände und für eine Demokratie auch keine Normalzustände sind, dass die Linke sich daran beteiligt ist auch ein Armutszeugnis, aber der Tenor aller Artikel war auch, dass die Linken keine echte Linie hätten, außer gegen die SVP zu sein. Das beweist sowas sehr deutlich.
Original geschrieben von TheDoat
Wenn du das, was du in den Medien so liest nicht hinterfragen willst, ist das deine Sache, wirklich... Aber wenn du, wie du sagst sogar annimmst, dass es möglicherweise verzerrt sein könnte, dann hinterfrag doch das Zeug.
Klar, es ist nicht alles falsch was da steht. Aber es ist eben doch ein grosser Haufen Polemik, Verallgemeinerung und Unterstellung darunter zu finden (hab ich in meinem Beitrag zu den Presseartikeln oben aber schon dargelegt). Auch zum Thema Feindbilder findest du meine Meinung in meinem vorhergehenden Beitrag.
Und schon wieder: lies dir genau durch, was ich schreibe. Ich sage, es ist möglich, dass sie es sind, ich habe aber keinen Grund, es anzunehmen. Du behauptest jetzt das genaue Gegenteil. Auch der Bericht in der Zeit spricht davon, dass auf Teufel komm raus Wähler mobisiliert werden sollen und dazu müssen Feindbilder bemüht werden, die sich dann in der internationalen Presse niederschlagen. Ich habe nur den Artikel in der Post gelesen, aber der hatte denselben Tenor wie der der Times und der Zeit. Ich hab dagegen noch keinen einzigen Artikel gelesen, der behauptet, dass da etwas "hochgespielt" wird. Deshalb sehe ich keinen Grund, davon auszugehen, dass sie nicht stimmen, zumal der Beitrag in der Post auch nicht völlig abstrakt war.
Jetzt zu deinem Artikel:
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Ja, dieser Artikel ist wahrlich gut. Er zeigt, dass die ganze, in den internationalen Medien verbreitete Meinung wie
[font=times new roman][/font]
absolut aus dem Phantasiereich gegriffen sind.
Irgendwie ist der Artikel aber der totale Gegensatz zu einer Meinung, oder? Wie kannst du, wenn du diesen Artikel gut findest, noch nicht am Wahrheitsgehalt der Beiträge internationalen Medien zweifeln? [/B][/QUOTE]
Die Folgen vor dem kommenden Wahlsonntag sind provozierende Töne, dumpfe Plakate, Angriffe unter der Gürtellinie, Verschwörungstheorien, Krawalle sowie eine Wahlkampagne, so schrill und substanzlos wie noch keine zuvor.
Ich sehe nicht, wo der Artikel in irgendeiner Weise widerlegt, was die anderen Zeitungen schreiben. Die Zeit scheint das nur für normal zu halten, wobei es auch in Österreich ähnlich krachledern zugeht...